CD Gegen die Zeit

Lass dich ein

 

Du holst was sein kann nie zurück

deshalb geniess den Augenblick

genauso wird es nie mehr sein

drum lass dich darauf ein

 

Fühlst dich zart berührt

und bist elektrisiert

hast Löcher im Hirn

die Gedanken sie schwirrn

deine Knie sie sind weich

hast dein Ziel gleich erreicht

doch dann stellt es sich ein

darf es denn so schnell sein

 

Die Gedanken verschwommen

hast dir alles genommen

hängst in dem Sog

der so vieles verwob

wie in Watte gehüllt

bist du mit Leben erfüllt

doch dann stellt es sich ein

darf es denn so schnell sein

 

 

Ich dreh mich um

 

Und ich dreh mich um es gibt viel zu tun

weit weit schweift mein Blick aber nie zurück

und ich dreh mich um es gibt viel zu tun

weit weit schweift mein Blick aber nie zurück

 

Es klopft und pocht die Ohren sausen

das Herz springt mir aus der Brust

ich habe nichts mehr zu entscheiden

die Nacht ist schwarz doch sie macht mir Lust

ich frage mich was wäre wenn

es gibt keine Antwort drauf

und all die feinen Sinn Antennen

nehmen ihre Arbeit auf

 

Eh du dich versiehst wirst du aufgelöst

dein Konto auf der Bank plötzlich bist du blank

Vollzieher vom Gericht schaun dir ins Gesicht

nehmen was du nicht hast ging lieber in den Knast

 

Aus jedem Loch find ich heraus es ist ein Hindernislauf

die Freunde fest auf meinem Weg helfen mir und räumen auf

es ist noch lange nicht genug doch es ist halb so schlimm

denn jeden Tag das auf und ab gibt meinem Leben erst den Sinn

 

 

Die kurzen Sünden

 

Die Nacht hebt ihren Schleier auf

du küsst mich wach du küsst mich wach

der Traum entflieht sag mir was bleibt

nicht einmal mehr Geborgenheit

fang du mich auf, fang du mich auf

 

Du saugst mir alles aus dem Leib

bleibt nicht viel Zeit mich nachzurüsten

was ist das für ein Zeitvertreib

bei dem zum Teil nur Leere bleibt

fang du mich auf, fang du mich auf

 

 

Die Süße lastet auf verbrannter Zeit noch kann ich deinen Mund berührn

spür wie der Tag die Nacht verführt die warmen Wonnen werde ich verliern

fang du mich auf, fang du mich auf

 

Im Grunde war doch alles schön 

auch wenn wir uns nie wieder sehn

ich habe dich nun konserviert dein Bild in mir es existiert

es wird von Tag zu Tag nun schöner und die Erinnerung verklärt

die kurzen Sünden sind bequemer und lange Qualen sind nichts wert

doch Tränen bleiben in den Augen das Lachen es ist aufgezehrt

verloren ist nun unser Glauben dass es noch einmal besser wird

es wird von Tag zu Tag nun schlimmer und die Erinnerung verklärt

die kurzen Sünden sind bequemer und lange Qualen sind nichts wert

 

Abschied

 

Der Frühling kommt der Frühling geht

gelassen schau ich in den Tag

die Farben zart die Farben hell

es geht wie immer viel zu schnell

der Sommer kommt der Sommer geht

die hohe Zeit ich fühl mich grell

die Farben bunt die Farben satt

mein Auge lacht und wird nicht matt

 

Den Horizont seh ich so nah

dahinter liegt ein fernes Land

die Freunde dort wo ich nie war

im Regenbogen sind sie verwoben

die Zeit ist immer voll Gefühl

mein Herz wird weit und hält nie still

sie warn für mich die großen Krieger

und sind die unvergessenen Sieger

 

Der Herbst kommt schnell verlangt nach mehr in meinem Kopf bricht Trauer auf

die Farben süß die Farben schwer und Stürme nehmen ihren Lauf

und dann der Winter Sinnes schwer die Farben grau die Farben leer

doch wird es weiß geht es mir gut nach jeder Ebbe kommt die Flut

 

 

O la la

 

Ferne Länder muss ich nicht sehn

und ich muss auch nicht auf Reisen gehen

mal mir meine Welt im Kopf

denn nirgendwo ist sie so schön

der Himmel er ist immer blau

kein Großstadtlärm macht mir die Ohren taub

der Schnee sieht wie süße Sahne aus

und es grünt so grün hinter jedem Haus

 

O la la es ist soweit

o la la ich bin bereit

für ne neue Vision

und ich will noch mehr davon

o la la es ist soweit

o la la ich bin bereit

für ne neue Vision

und ich will noch viel mehr davon

 

Das Wetter mach ich wie ichs brauch immer Sonnenschein hellt mir die Sinne auf

es ist alles so perfekt ich muss ihn nicht sehn den ganzen Dreck

der Tisch ist üppig voll gefüllt mit Brot und Wein wird meine Lust gestillt

keine Gifte in der Luft und es riecht so schön nur nach Rosenduft

 

 

Zerstörung

 

Ich weiß nicht mehr ob ich noch glauben kann

die Welt geht unter irgendwann

wir tun alles dafür und halten nicht ein

das Schlaraffenland es soll heute sein

 

Wir nehmen uns alles was wir kriegen können

sollen doch später die anderen flennen

wir haun auf die Pauke was kostet die Welt

nach uns die Sintflut ist der Slogan der zählt

 

Die Angst ist zwar groß doch die Gier ist fatal

alles muss sein im heiligen Gral

der eigne Arsch ist wichtig wir halten ihn warm

was kann schon passiern alles blinder Alarm

 

Die Erde in Not wo bist du lieber Gott

der Himmel ist weit doch wir haben keine Zeit

wir schaffen es nicht die Gier bringt uns um

da hilft auch kein Amen mein Schrei bleibt stumm

 

Fragen

 

Es bleiben Fragen tief im Bauch

habe keine Antwort drauf

warum geht immer wieder hell

die Sonne auf

was treibt das Wasser durch den Fluss

und warum gibt es so viel Not

warum schmeckt mir nicht jeder Kuss

und warum kommt der Tod

 

Komm nicht zur Ruh dreh mich im Kreis

weil ich keine Antwort weiß

komm nicht zur Ruh dreh mich im Kreis

weil ich keine Antwort weiß

 

Was bleibt vom Glück was bleibt vom Schmerz

was bringt der nächste Tag

und wohin wird die Reise gehn

hätt ich dich gern noch gefragt

wer nimmt mich denn jetzt an die Hand

und geht ein Stück mit mir

die Welle spült mich an den Strand

hier bin ich und bleib hier

 

 

Weil sie einsam sind

 

Da draußen stehen sie und warten schon

warten auf ne neue Sensation

hat sich irgendwer mal wieder umgebracht

oder ist ein Hochhaus ein gekracht

hat die Nachbarin schon wieder ein neues Kleid

oder haben die alten Männer Streit

hat sich irgendwer mal wieder tot gefahrn

oder schläft da etwa einer mit nem Schnaps im Arm

 

Ständig halten sie Augen und Ohren offen

und sie sind immer wieder so betroffen

von dem was ständig um sie herum geschieht

weil sie einsam sind

ständig halten sie Augen und Ohren offen

und sie sind immer wieder so betroffen

von dem was ständig um sie herum geschieht

weil sie einsam sind wenn nicht passiert

 

Sind nicht neulich drei Frauen vom Blitz erschlagen

und hatte da ein Angler eine Bombe am Haken

hat ne Monsterwelle einen Landstrich ausgelöscht

ist beim Autorennen einer aus der Kurve geprescht

ist etwa wieder ein Flugzeug abgestürzt

oder hat der Herr Meier seine Chefin bezirzt

viel zu früh kriegt die da drüben ihr erstes Kind

sie zerfetzen sich die Mäuler

weil sie einsam sind

 

 

Du denkst nicht wie ich

 

Du denkst nicht wie ich und ob mir´s gefällt

du denkst nicht wie ich ich halt meine Welt

du denkst nicht wie ich doch wäre es schön

könntest du einmal auf meinen Grund sehn

 

Denn dann wüsstest du was immer mich quält

Worte wiegen schwer sind sie einmal erzählt

zu schnell raus gerutscht aus Kopf und Mund

unsre Liebe ist nun nicht mehr gesund

 

Alle Rettungsversuche sind fehlgeschlagen

jeder will seine Last alleine tragen

keiner öffnet mehr Herz und Verstand

denkt der andere hat ihn dann in der Hand

 

Wir sind selber Schuld leere Worte verhallen

das Vertrauen schrumpft unsre Werte verfallen

zu schnell raus gerutscht aus Kopf und Mund

unsre Liebe ist nun nicht mehr gesund

 

 

 

So nah

 

Ich seh dich da oben auf deinem Stern

du bist mir so nah doch leider so fern

deine warmen Worte hab ich noch im Ohr

werd dich nie vergessen

bist ein Teil von mir

 

Und jede Entscheidung besprech ich mit dir

was würdest du tun stell ich mir vor

hast du eine Ahnung wie sehr ich dich brauch

leb von deiner Kraft

wenn meine verbraucht

 

Hast Frieden gestiftet wenn die Fetzen flogen

und hast dabei niemals dich selbst betrogen

trag dich in meinem Herzen bis es aufhört zu schlagen

bist mein guter Geist

an all meinen Tagen

 

ich liebe dich auf deinem Stern du bist mir so nah doch leider so fern

 

Schwimm ganz allein

 

Schwimm ganz allein möchte laut schrein

gegen den Strom es soll so sein

schau in den Mond hab große Not

die Reise zu Ende die Liebe ist tot

 

Träume begraben in meinem Herzen

werde sie gießen bis sie neu sprießen

schwimm ganz allein möchte laut schrein

gegen den Strom es soll so sein

 

Du warst so vertraut die Maske ist weg

dein wahres Gesicht ein hässlicher Fleck

Gedanken entstellt du bist mir so fremd

kannst du mir sagen was hat uns zertrennt

 

Zwischen uns liegen Welten und ich frage mich

was hat uns verbunden in allen Sekunden

in Tagen der Not in Stunden der Lust

kannst du mir sagen warum bleibt nur Frust

 

 

Ketten sprengen

 

Frage mich warum ich weine

frag mich warum

ich bleib heut Nacht nicht gern alleine

was kann ich tun

legst du dich nur einmal kurz zu mir

vergesse ich wie sehr ich frier

aus Tränen werden tiefe Seen

in deinen Armen bin ich schön

 

Unendlich spür ich deine Wärme

und ganz nebenbei

tanze ich mit dir auf Wolken

fühle mich frei

die Ketten werde ich dann sprengen

die wie Kletten an mir hängen

vorbei wärn all die trüben Tage

Lust auf Liebe keine Frage

und die vielen kleinen Schäden

über alles mit dir reden

und um deinem Zauber zu erliegen

sag ich bitte nicht bewegen

 

Wir sind die Täter

 

Wir sind die Täter sind die Verräter

wir spielen um die Macht und haben nicht bedacht

wir sind die Täter sind die Verräter

und Skrupel sind uns fremd doch unser letztes Hemd

hat keine Taschen

 

Ich bin wieder aufgestellt

in dieser schaurig schönen Welt

wie kann es anders sein

man wird regiert vom Geld allein

vom Himmel schon die Vögel fallen

die nächste Sintflut kommt mit Macht

wir wollen immer weiter feiern

und böllern bis der Globus kracht

 

Statt Wasser fließt das Öl ins Meer

und unsre Leiber sind voll Gift

die Brunnen werden langsam leer

doch ich leb im Überfluss

ich werde wach die Zeit ist reif

in dieser schaurig schönen Welt

mein Kopf ist klar ich bin bereit

und hab mich wieder aufgestellt

 

 

Auf dem Weg

 

Ich bin auf dem Weg

zum kleinen bisschen Glück

die Kurven sind steil

ich geh nicht zurück

ich hab so lang gesucht

das Leben verflucht

die Seele war verweist

das Hirn mir vereist

 

Die Augen warn getrübt

ließ Hoffnung zurück

alles Leid der Welt

hab ich mir bestellt

ich hör jetzt auf mein Herz

es treibt mich nach vorn

ich hör jetzt auf mein Herz

bin nie mehr verlorn

 

Texte und Gemälde von Katrin Lindner